Heute wollen wir ein Zitat aus deinem ersten Manuskript lesen!

Kapitel 13 aus „Sie kann auch anders“

Lale saß auf dem Sofa, das Bein hochgelegt und betrachtete ihren angeschwollenen Fuß.
„Ruhig stellen”, hatte der Arzt gesagt. Zum Glück hatte die Untersuchung ergeben, dass nichts ernsthaft verletzt war.
Es war angenehm, einmal auszuspannen. Wenn sie den Fuß nicht belastete, schmerzte es auch nicht und sie hatte den Kopf frei, den Abend auf sich wirken zu lassen.
Die Striemen an ihrem Po hielten ihre Erinnerungen wach. Bei Tageslicht betrachtet kam ihr die ganze Geschichte unglaublich vor. Enzo war immer für eine Überraschung gut. Das musste sie ihm lassen. War sie das wirklich gewesen, die sich so hatte behandeln lassen? Wie war das möglich, das es ihr solche Lust bereitet hatte? Hatte es mit Demütigung zu tun? Fühlte sie sich gedemütigt? Entwickelte sie sich gar zu einer Masochistin? Was bedeutete das alles? Es klingelte an der Tür. Sie schreckte auf. Sie nahm die Krücken, humpelte zur Tür und öffnete sie. Yvi kam die Treppe herauf.
„Hallo Süße, ich war in der Werkstatt und Frank erzählte mir, du seist verletzt. Da dachte ich mir, ich sehe mal nach dem Rechten.”
„Es ist aber der Linke.”
„Wenn du schon wieder scherzen kannst, scheint es ja nicht so schlimm zu sein.”
„Der Arzt meint, mindestens zwei Wochen Schonung. Der Knöchel ist verstaucht..”
Yvi forschte in Lales Zügen. „Du siehst nicht so aus, als ginge es dir schlecht”, stellte sie fest.
Lale musste grinsen. „Nein, das kann ich nicht behaupten.”
Yvi deutete auf Lales Fuß. „Wie ist das überhaupt passiert?”
„Ich bin gestern beim Joggen im Park in so ein Scheißloch getreten und umgeknickt.”
Diese Variante hatte sie dem Arzt ebenfalls aufgetischt. Und Frank natürlich auch. Der wäre außer sich gewesen, wenn er gehört hätte, dass ein Kerl dabei gewesen war und nichts unternommen hatte, um Lale zu beschützen. Enzo wäre für alle Zeiten bei ihm unten durch gewesen. Denn Frank war der perfekte Retter. Er hätte niemals zugelassen, dass Lale neben ihm den Halt verlor.
„Ouh, du Arme!”, sagte Yvi. “Soll ich uns zwei Hübschen einen Tee kochen?”
„Bitte einen Eistee. Der steht schon im Kühlschrank. Du musst nur noch Eiswürfel hineintun.”
Yvi ging hinüber in die Küche und begann zu hantieren. Lale streckte sich auf dem Sofa aus und legte sich auf die Seite, um ihren Po zu entlasten. „Es ist angenehm, mal ein bisschen Zeit zu haben, obwohl ich Frank versprochen habe, mich um die Buchführung zu kümmern.”
„Dann kannst du also diese Woche die Sekretärin geben?”
„Genau. Das ist auch dringend nötig. Es hat sich mal wieder eine Menge Papierkram angesammelt.”
Es klingelte wieder an der Tür.
„Das ist ja wie im Taubenschlag hier.” sagte Lale. Das wird doch wohl nicht…?
„Bleib liegen, ich geh schon!”, rief Yvi und eilte zur Tür.
Lale wartete nervös. Zum ersten Mal wünschte sie, dass es nicht Enzo sei. Nicht auszudenken, was Yvi dazu sagen würde.
Yvi kam wieder herein und hielt einen großen Strauß roter Rosen in der Hand.
„Guck dir das an!”, sagte sie begeistert. “Mir scheint, du hast einen heimlichen Verehrer!”
Lale nahm die Blumen entgegen, öffnete den Brief, der daran baumelte und strahlte. Neugierig nahm ihr Yvi die Karte aus der Hand und las.

Gute Besserung und vielen Dank für den schönen Abend,
der sich trotz aller Widrigkeiten als sehr berauschend entpuppte.

Dein Dich verehrender E.

„Lale!”, sagte Yvi in einem Ton, der keinen Widerspruch duldete. „Lale, du verschweigst mir etwas.” Sie musterte ihre Freundin kurz, ging schnell in die Küche und ließ die Eiswürfel in die Karaffe plumpsen. „Ich will alles hören, keine Auslassungen bitte! Mit wem warst du joggen? Wer schickt dir rote Rosen?“ Sie fuchtelte mit dem Eislöffel in der Gegend herum. „Der Absender ist eindeutig männlich. Hast du etwa ein Techtelmechtel mit einem Kerl angefangen? Wie heißt er? Wo wohnt er? Was macht er? Kenne ich ihn? Ich will alle Einzelheiten!” Sie brachte eine Vase mit, platzierte die Karaffe samt Gläsern auf den Tisch und sich selbst neben Lale. „Also bitte. Ich höre.”
Lale hantierte umständlich mit den Rosen und der Vase herum. Schließlich räusperte sie sich und holte tief Luft. „Ich … “ setzte Lale an.
Aber es war zu spät. Sie konnte ihr nichts vormachen. Vor einer echten Freundin gibt es einfach keine Geheimnisse.
„Nein!” Yvi durchzuckte der Moment der Erkenntnis. Sie saß kerzengerade. „Nein!“, rief sie noch einmal.
„Doch …”, sagte Lale kleinlaut, hielt den Kopf gesenkt und fummelte an einer Rose herum.
„Nein, sag, dass es nicht wahr ist!“ Yvi starrte ihre Freundin an.
„Nicht Enzo Gantenbein!” Yvi rüttelte Lale an der Schulter.
„Doch.”
„Ich fasse es nicht. Seit wann?”
„Seit der Vernissage.”
„Was? Oh, mein Gott …” Yvi sackte bleich in die Sofalehne und fasste sich an die Stirn. Sie röchelte.
Lale hob trotzig den Kopf. „Was denn?”
Yvi rückte nahe an Lale heran und legte einen Arm um sie. „Jetzt hör mir mal zu.“ Sie streichelte Lale fürsorglich den Rücken. „Hör mir gut zu! Ich war gestern in der Galerie, weil ich noch was zu besprechen hatte. Ich stand also da und plauderte mit Herrn Bosselt und dem netten Herrn Gantenbein, als sich die Tür öffnete und eine Dame erschien. Vornehm in einem Business-Kostüm stelzte sie herein und steuerte direkt auf Enzo Gantenbein zu.”
„Ja und?”
„Sie war dort, um ihn zu einem gemeinsamen Termin abzuholen, weil sie mit seinem Auto unterwegs war.”
Lale runzelte die Stirn. „ … mit seinem Auto?”, echote sie.
Yvi betonte jede Silbe einzeln: „Ja, genau. Denn diese Dame heißt Frau Gantenbein.”
„Was?!” Lales Magen drehte sich anderthalb mal um sich selbst. Sie rang nach Luft. Yvi schenkte Eistee ein und schob ihr das Glas hin.
„So, meine liebe Freundin, nun weißt du etwas mehr über deinen glühenden Verehrer. Diese Kleinigkeit hat er dir natürlich nicht auf die Nase gebunden, stimmt’s?”
Lale starrte verständnislos in ihr Glas, als stünden darin die Antworten auf all die Fragen geschrieben, die sich in ihrem Hirn überschlugen. „Ich … Was? Wie, wie kann er nur …?”
„Natürlich kann er. Ganz einfach kann er. Du bist an einen stinknormalen verheirateten Macho geraten, der sich ein bisschen Spaß nebenbei gönnt. Nichts weiter. Eine ganz alte Geschichte.”
„Aber …”
„Kein aber. Ausgerechnet du fällst auf so einen alten Trick herein. Du solltest dir wirklich überlegen, ob du nicht etwas Besseres verdient hast.”
„Er wirkt so …” Lale suchte nach einem passenden Wort. „… so unverheiratet.”
Yvi verdrehte die Augen und stöhnte.
„Ganz und gar unverheiratet!” beharrte Lale. „Er spricht immer nur von sich. Äh … Ich meine, er spricht im Singular, niemals im Plural von sich.”
„Was hast du denn erwartet? Dass er dir von seiner Angetrauten vorschwärmt oder seine Eheprobleme auftischt? Ich rate dir dringend, bevor sich das auswächst: Beende diese Affäre, so lange es noch eine ist! Oder willst du als Zweitfrau eines alternden Gockels deine besten Jahre verbringen?” Yvi sah Lale eindringlich an, die immer noch fassungslos ihren Eistee anstarrte.
„Hat es dich schon so schwer erwischt? Das kann doch nicht sein! Frau, schalt dein Hirn ein!”
„Ich fürchte, der ordnungsgemäße Gebrauch meines Hirns ist mir vorübergehend abhanden gekommen.”
Yvi holte tief Luft. „Dann wird es allerhöchste Zeit, es wieder in Gang zu setzen. Er spielt mit dir und deinen Gefühlen. Das solltest du dir nicht gefallen lassen. Du kannst dir an einer Hand abzählen, wie die Geschichte ausgeht. Laut Statistik bleiben 92% aller verheirateten Männer bei ihren Frauen. Es sei denn, die Frau verlässt ihn, dann gibt es eine Chance, die aber verschwindend gering ist.”
In Lales Kopf drehte sich alles. „Darum geht es ja gar nicht. Ich will ihn nicht heiraten. Ich wollte auch nur eine nette Affäre, nichts weiter.”
„In Köln leben 1 Million Menschen, die Hälfte davon männlich. Ziehen wir Greise und Kinder ab, bleiben 300 000 Exemplare übrig, die zur Auswahl stehen. Und du suchst dir ausgerechnet so einen Möchte-gern-Playboy.”
Lale gluckste. „Wie viele von den 300 000 sind verheiratet?”
Yvi stemmte die Hände in die Hüfte. „Da bleiben genügend Singles, Geschiedene und getrennt Lebende zur Auswahl. Du, meine Liebe, hast es jedenfalls nicht verdient, ein Dasein als heimliche Zweitfrau zu fristen. Verschenk doch nicht dein Leben an diesen … Lügner.”
„Das hatte ich auch gar nicht vor.” Lale machte eine hilflose Geste. „Ich … muss das erst mal sacken lassen.” Sie angelte sich mit zittrigen Fingern eine Kippe und steckte sie an.
Yvi sah auf die Uhr. „Ich muss jetzt leider los. Denk drüber nach. Wenn du mich brauchst, ruf mich einfach an, okay?” Sie umarmte ihre Freundin herzlich. „Du hast ja jetzt ein bisschen Zeit, das auf dich wirken zu lassen.“, sagte sie mit Fingerzeig auf Lales Fuß. „Ich rate dir noch einmal dringend: Vergiss diesen Kerl. Der bringt nur Unglück.”

Was war dein bisher bestes Erlebnis im Zusammenhang mit dem Schreiben?

1. Zunächst war es der Moment, in dem ich mein Buch zum allererstem Mal in den Händen hielt, damals noch mit dem ersten Cover. Das war ein tolles Erlebnis, die Arbeit so vieler Monate konkret nicht nur zu sehen, sondern auch anfassen und darin blättern zu können.
2. Auf der Geburtstagsparty einer Freundin ergab sich eine kleine, improvisierte Lesung. Es hat viel Spaß gemacht, ein unmittelbares Feedback zu bekommen und die Reaktionen meiner Zuhörer*innen direkt zu hören.

 

Zeig uns ein Zitat aus deinem aktuellen Manuskript

Er hing an ihr wie ein zu groß geratenes Klammeräffchen. In guten wie in schlechten Zeiten hatte es damals geheißen. Da hatte sie noch keinen Schimmer gehabt, was damit wohl gemeint sein könnte.
»Vorne an der Straße gibt es einen Taxistand. Meinst du, wir schaffen es bis dahin?«
»Wir sind schon lange nicht mehr gemeinsam Taxi gefahren.«
»Das wird ganz großes Kino, ich bin sicher.« Sie fasste seinen Arm mit der Linken, schob die Andere um seine Hüfte und eierte los.
Er kicherte. »So hattest du dir einen Spaziergang sicher nicht vorgestellt.«
»Ich weiß nicht, was daran witzig sein soll.« Seit Jahren versuchte sie, ihn zu einem Spaziergang zu animieren – ohne Erfolg. Nun schlurften sie durch den Park und gaben dabei ein Bild des Jammers ab und er fand es lustig. Es war zum Heulen.
Am Taxistand angekommen, klopfte sie gegen die Scheibe des Beifahrerfensters. Der Taxifahrer sprang aus seinem Wagen und betrachtete das ungewöhnliche Pärchen. Isabell war adrett gekleidet, aber an Thomas‘ zerschlissener Kleidung klebten trockene Blätter und Erdkrümel, die Haare standen zu Berge und er guckte scheel aus angeschwollenen Lidern.
»Wat is mit dem dann? Wenn der besoffen is, nehm‘ isch den aber nit mit!«, herrschte er Isabell an. »Der kotzt mir doch alles voll!«
»Das ist mein Mann. Der ist nicht besoffen, der ist über eine Harke gestürzt.«
»Ich bin bestürzt, weil ich gestürzt bin«, erläuterte Thomas und grinste. »Aber jetzt hat meine Frau mich unterstützt, und ich brauche nicht mehr bestürzt zu sein, weil sie mir eine Stütze ist.«
Dieser Vortrag verbesserte die Lage nicht.
»Und was ist mit dem Trumm da?« Der Taxifahrer zeigte auf Scooter. »Soll dat etwa auch mit? Da krieg ich aber Angst vor so ne jroße Hungk«, gab er zu bedenken.
»Wenn Sie so freundlich wären«, sagte Isabell. »Wir wohnen nicht so weit weg.«
»Wat? Für Fünfeurofuffzich lass ich mir doch nit mein Auto vollschmuddeln! Der Hungk passt hier gar nit rein.« Er verschränkte die Arme vor der Brust.
Isabell seufzte und setzte Thomas auf einer Bank ab. »Guter Mann, muss ich Sie erst darüber aufklären, dass ein Hund unter die Beförderungspflicht fällt? Rufen Sie einen anderen Wagen, wenn Ihnen Ihr Auto zu klein erscheint.«
Der Taxifahrer stellte eine Verbindung mit der Zentrale her. »Hier is ene Krawallmöhn mit ene bestusste Kerl und ene Hungk, so jroß wie ene Kalv. Könnt ihr ne Kombi schicken?« Er legte auf und sah Isabell an. »Da kütt gleich ene Kombiwagen, da können Se dann mitfahren.«
»Dem hast du‘s aber gezeigt«, sagte Thomas.
Isabell setzte sich neben ihn, verdrehte die Augen und seufzte tief.
Thomas sah sie an. »Das finde ich gut, wenn du auch mal mit anderen herumzankst.«
»Wie gehts deinem Kopf?«
Er befühlte seine Beule. »Aua. Ist ein ziemliches Hörnchen.« Er beschnüffelte seine Hände. »Wieso rieche ich eigentlich, als wäre ich in einen Parfüm-Tank gefallen?«
»Chanel Nummer Fünf war die einzig verfügbare Flüssigkeit, mit der ich dir die Stirn kühlen konnte. Ich schleppe keine Eisbeutel mit mir herum, weil ich ständig damit rechne, dass mein Mann bewusstlos im Park herumliegt.«
Er wedelte mit der Hand. »Hach, ich dufte wie ein Maiglöckchen.«

Foto: Marius Görgens

Zeig uns deine Lieblingsbücher

# Autorenwahnsinn

Tag 08: Zeig uns dein (derzeitiges) Lieblingsbuch bzw. deine Lieblingsbücher

Drei Lieblingsbücher von mir sind ganz klar die Bände der Millenium-Trilogie von Stieg Larsson. Die Protagonistin Lisbeth Salander ist die erwachsene Version von Pippi Langstrumpf – cool, kompromisslos, hochbegabt, unermesslich reich, ungeheuer stark und ein echter Outlaw. Eine der stärksten Frauenfiguren, die mir in den letzten Jahren begegnet ist. Larsson setzt nicht nur der berühmten schwedischen Autorin ein Denkmal, indem er immer wieder Lindgren-Zitate einbaut, er fechtet ganz klar auf der Seite der Guten, denn seine Themen sind Gewalt gegen Frauen und die Machenschaften der alten und neuen Nazi-Bünde, die leider auch in Schweden noch nicht ausgestorben sind.

Die Tatsache, dass alle drei Bände gleich doppelt verfilmt wurden, spricht für die spannungsgeladenen Plots. Ich neige eher der schwedischen Version zu, die ich natürlich mehrmals und auch im Directors‘ Cut gesehen habe. Da kann meiner Meinung nach Hollywood mal nicht mithalten.

Deswegen hier der Trailer zum Original:

Was darf beim Schreiben nicht fehlen?

Tag 5 des #Autorenwahnsinn
 
Unbedingt dazu gehören eine Schale FirstFlushDarjeeling Tee und eine Selbstgedrehte. 😉
Die Autor*innen, die auf Mallorca dabei waren, kennen das Ritual. Unter bestimmten Umständen bin ich bereit, von meinem kostbaren Tee etwas abzugeben. Als bekennende Kaffee-Hasserin gehe ich um des sozialen Kontaktes sogar soweit, zu tolerieren, wenn morgens zwei (!) Kaffemaschinen vor sich hinbrodeln und ich in diesem … Geruch … meinen edlen Tee kochen muss. Mittlerweile kann ich sogar meine Figuren Kaffee trinken lassen. In meinem ersten Roman fiel mir das noch schwer – die Protagonistin Lale Anders trinkt ausschließlich Tee, was ihr den Spott von Enzo Gantenbein einträgt.

Tag 3 der Autoren-Challenge: Was hat dich dazu inspiriert, dieses Projekt zu schreiben?

Was hat dich dazu inspiriert, dieses Projekt zu schreiben? fragen die Möwen

Verschiedene Figuren sind autobiografisch inspiriert – wie auch sonst soll eine Künstlerin ihre Inspiration finden? Ich gebe zu, dass es mir gefällt, sie in meinen Büchern zu überzeichnen und ihnen Worte in den Mund zu legen, die meine Interpretation wiedergeben. Kurz gesagt, der Gedanke, dass ich meine eigene Welt erschaffe, und alle das tun, was mir in den Sinn kommt, ist sehr reizvoll für mich. Auf der anderen Seite ist mir sehr daran gelegen, meinen Leser*innen eine vorzügliche Unterhaltung zu bieten.

Der zentrale Konflikt in meinem neuen Roman dreht sich um das Thema „Eine Frau in reiferem Alter verliebt sich in einen zwanzig Jahre jüngeren Mann“. Für Männer war und ist das noch nie ein Problem gewesen, aber auch heutzutage sorgt eine solche Konstellation noch immer für Aufregung oder zumindest für abwertende Kommentare. Ein Beispiel: Im September 2016 fiel mir das Boulevard-Magazin „Bunte“ in die Hände. Ich schlug es auf und las im Editorial, dass die Schauspielerin Nastassja Kinski unlängst von Hollywood in den Schwarzwald gezogen sei. Der Grund dafür wird wie folgt geschildert: „Die Liebe trug die dreifache Mutter in die Arme von Tänzer Illia Russo. Der ist nicht nur verheiratet. Er ist – und hier rümpfen viele die Nase – auch noch 25 Jahre jünger als sie!“ In dem Tenor geht es weiter, im letzten Absatz wird der Bezug zu „naivien Träumen verliebter Teenager“ hergestellt und impliziert, dass es ja auch schiefgehen könnte.

Dieses kleine Beispiel zeigt, dass es noch lange nicht selbstverständlich ist, wenn eine Frau ab vierzig attraktiv und sexuell selbstbestimmt das tut, was sie für richtig hält. In meinen Romanen behandele ich gerne Themen, die eingefahrene Konventionen und neue Wege aufzeigen. Meiner Meinung nach braucht die Welt starke, neue Heldinnen, die als Vorbilder oder zumindest als Inspiration dienen können. Es gibt mehr Rollen auf der Welt als die Geschichte des Patriarchats uns glauben machen will – jenseits von Prinzessinnen-Träumen liegt uns die Welt zu Füßen. Wenn wir lernen, selbst Verantwortung zu übernehmen, anstatt auf den (älteren, erfahrenen) Prinzen zu warten, warten jede Menge Abenteuer, Glück, Befreiung und Spaß als Belohnung auf uns. Mein neuer Roman zeigt das auf humorvolle Weise.

Ein frohes neues Jahr mit dem Start der Challenge 31 Tage Autorenalltag

Allen Lerser*innen wünsche ich ein hoffnunggsfrohes, friedvolles, gesundes und erfolgreiches 2017!

Das neue Jahr beginnt mit der Challenge 31 Tage Autorenwahnsinn, bei der ich dich täglich mit News aus meinen Autorenalltag auf dem Laufenden halte. Schau also gerne täglich rein und habe Anteil an Erstehungsprozessen rund um mein neues Projekt.

Es beginnt mit der Aufgabe: Zeig uns ein Bild, das du mit deinem Schreibjahr 2016 in Verbindung bringst.

Das Foto siehst du oben, denn es zeigt mich bei der Arbeit während des Schreibworkshops auf Mallorca im November 2016. Von den Anregungen und dem lebhaften Austausch mit 7 anderen Autor*innen zehre ich bis heute. Es war eine gute Übung in Schreibdisziplin mit hohem Spaßfaktor und definitv der beste Schreibworkshop ever.