Tag 3 der Autoren-Challenge: Was hat dich dazu inspiriert, dieses Projekt zu schreiben?

Was hat dich dazu inspiriert, dieses Projekt zu schreiben? fragen die Möwen

Verschiedene Figuren sind autobiografisch inspiriert – wie auch sonst soll eine Künstlerin ihre Inspiration finden? Ich gebe zu, dass es mir gefällt, sie in meinen Büchern zu überzeichnen und ihnen Worte in den Mund zu legen, die meine Interpretation wiedergeben. Kurz gesagt, der Gedanke, dass ich meine eigene Welt erschaffe, und alle das tun, was mir in den Sinn kommt, ist sehr reizvoll für mich. Auf der anderen Seite ist mir sehr daran gelegen, meinen Leser*innen eine vorzügliche Unterhaltung zu bieten.

Der zentrale Konflikt in meinem neuen Roman dreht sich um das Thema „Eine Frau in reiferem Alter verliebt sich in einen zwanzig Jahre jüngeren Mann“. Für Männer war und ist das noch nie ein Problem gewesen, aber auch heutzutage sorgt eine solche Konstellation noch immer für Aufregung oder zumindest für abwertende Kommentare. Ein Beispiel: Im September 2016 fiel mir das Boulevard-Magazin „Bunte“ in die Hände. Ich schlug es auf und las im Editorial, dass die Schauspielerin Nastassja Kinski unlängst von Hollywood in den Schwarzwald gezogen sei. Der Grund dafür wird wie folgt geschildert: „Die Liebe trug die dreifache Mutter in die Arme von Tänzer Illia Russo. Der ist nicht nur verheiratet. Er ist – und hier rümpfen viele die Nase – auch noch 25 Jahre jünger als sie!“ In dem Tenor geht es weiter, im letzten Absatz wird der Bezug zu „naivien Träumen verliebter Teenager“ hergestellt und impliziert, dass es ja auch schiefgehen könnte.

Dieses kleine Beispiel zeigt, dass es noch lange nicht selbstverständlich ist, wenn eine Frau ab vierzig attraktiv und sexuell selbstbestimmt das tut, was sie für richtig hält. In meinen Romanen behandele ich gerne Themen, die eingefahrene Konventionen und neue Wege aufzeigen. Meiner Meinung nach braucht die Welt starke, neue Heldinnen, die als Vorbilder oder zumindest als Inspiration dienen können. Es gibt mehr Rollen auf der Welt als die Geschichte des Patriarchats uns glauben machen will – jenseits von Prinzessinnen-Träumen liegt uns die Welt zu Füßen. Wenn wir lernen, selbst Verantwortung zu übernehmen, anstatt auf den (älteren, erfahrenen) Prinzen zu warten, warten jede Menge Abenteuer, Glück, Befreiung und Spaß als Belohnung auf uns. Mein neuer Roman zeigt das auf humorvolle Weise.

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